Referenzen


Bine & Samba (New Forest Ponystute), Salzburg
Samba ist die dritte Generation New-Forest-Pony, die in unserer Familie großgezogen und auch selber ausgebildet wurde. In aller Bescheidenheit habe ich mir angemaßt, dass ich nicht mehr viel falsch machen werde - was sich auch bestätigte. Nach solider Grundausbildung und fast einem halben Jahr Mitnahme als Handpferd, Longieren und viel Bodenübungen, war das erste Mal Aufsteigen kein Problem. Und so blieb es auch.

Nur, und das war eine ganz neue Herausforderung für mich - Samba lernt unwahrscheinlich schnell und so wurde ihr auch sehr schnell langweilig bzw. machte sie Dinge in ihrem Übereifer schon im Voraus. Als ich ihr das Kompliment bei brachte, benutzte sie diese Haltung am nächsten Tag, um bei der Weide unter dem Zaun durchzufressen! In dieser Zeit lernte ich Anne kennen - und dadurch Natural Horsemanship.

Durch die vielen Übungen und unsere eigene Kreativität sind nun der sinnvollen und lustigen Beschäftigung beim und vor allem auch neben dem Reiten keine Grenzen mehr gesetzt und ich muss mich immer wieder wundern, was Samba - und in welch' kurzer Zeit - alles schafft, was ich niemals für möglich gehalten hätte.

Von zwei Dingen jedoch konnte mich Anne lang nicht überzeugen: Dass man ein Pferd als Lob nicht Abklopfen und es nicht aus der Hand füttern sollte.
Jahrelang war beides fast tägliche Praxis, reite ich doch schon seit mehr als dreißig Jahren und habe das schon immer so gemacht. Waren meine Pferd bzw. war Samba brav, wurde sie ausgiebig am Hals getätschelt und bekam auch so manches Leckerli oder Brot per Hand gefüttert. Eigentlich sah ich kein Problem dabei. Bis Anne mich auf beider Unsinn und Gefahren hinwies - was ich jedoch partout nicht einsehen wollte. Überzeugt hat mich dann nur Samba selber.

Nach einer intensiven Übungssession am Reitplatz, bei der Samba schlussendlich sogar in der Freiarbeit Dinge machte, die ich nicht für möglich gehalten hätte, gab ich ihr in ihrer Box eine Schüssel mit Hafer und lobte sie kräftig durch Tätscheln am Hals. Dabei fiel mir auf, dass sie, sobald ich die Hand Richtung Hals bewegte, blinzelte und auch am Hals leicht zuckte und dann den ganzen Kopf und den angespannten Hals von mir weg drehte. Als ich ihr dann noch zum krönenden Abschluss ein Stück Brot ins Maul schob, stieg sie mir, wie schon so oft, feste auf die Zehen.

Ich hatte es in der kurzen Zeit in der Box geschafft, meinen ihr gegenüber am Viereck erarbeiteten Respekt und die Führungsrolle abzugeben. Sie zeigte mir wieder genau auf, wo mein Platz ist. Nur, dass ich diesmal pferdegerecht antworten konnte.

Mir ist Samba seit diesem Tag nie mehr wieder auf die Zehen getreten.
Danke, Anne!

Derzeit konzentrieren wir uns in der Arbeit mit Anne auf die Bausteine und Mentalübungen aus dem Centered Riding, die mich nach über 30jähriger Reiterfahrung sehr herausfordern und jede Reitstunde zu einem Aha-Erlebnis werden lassen. Ich lerne mehr zu fühlen und zu spüren, wann wo welches Bein von Samba gerade ist, damit Hilfen auch wirklich prompt ankommen und verstanden werden können - und das Reiten wird immer mehr geprägt von Leichtigkeit, Schwung und Vergnügen beiderseits.

Bine 2008