Referenzen


Eva & Lukka
Letzten Jänner lernte ich eine 2 jährige Isi-Mix Stute kennen, die nach einem Autounfall bei ungünstigsten winterlichen Wetterbedingungen und sehr tiefen Temperaturen in einem Offenstall mit bewundernswertem Durchhaltevermögen um ihr schwer verletztes Bein und um ihr Leben kämpfte.

Wegen Zeitmangels seitens der Besitzer übernahm ich einen großen Teil der „Krankenpflege“ und versuchte, so gut es ging, einerseits, die Wunde zu versorgen, andererseits dem Pferd, das natürlich schon überaus mißtrauisch auf alles und jeden reagierte, zu zeigen, dass Menschen vertrauenswürdig sein können. Langsam reifte in mir der Entschluss, Lukka im Sommer „zur Erholung“ mit meinen beiden Islandstuten gemeinsam auf die Sommerweide mitzunehmen. Da Lukka aber auch vor dem Unfall noch sehr wenig bis gar nichts „gelernt“ hatte, und die Ereignisse der letzten Monate natürlich auch nichts zum Besseren gewendet hatten, war ich bei meinen Versuchen zu führen, Hufe zu heben, etc., vom Verladen gar nicht erst zu reden, sehr schnell am Ende meiner Weisheit angelangt.

Durch einen Zufall hörte ich Ende Mai von der Arbeit Anne Beyerlys und schrieb ihr kurz entschlossen ein E-mail. Die Zeit drängte, für Ende Juni war der Transport auf die Alm geplant. Anne erklärte sich sofort bereit, zu helfen. Alles war schwierig – das Wetter (es regnete beinahe den ganzen Juni), das Gelände (abschüssig, matschig, eng, eigentlich für jede Art der Arbeit ungeeignet), ich (nervös, ängstlich, und ziemlich unbedarft) und natürlich das Pferd – jung, ohne jede Basisausbildung, traumatisiert, panisch. Alleine Anne war ruhig, konsequent, flexibel, geduldig, und trotz einiger Rückschläge zuversichtlich. Lukka lernte, elektrischen Weidezaun zu akzeptieren, der Hufschmied konnte ihr zumindest die Vorderhufe ausschneiden; lockeres Führen, Rückwärtsrichten, Anhalten, Kopf senken, Hinterhandweichen, Vorhandweichen gelangen immer besser. Sie baute Vertrauen auf, ließ sich herholen, stürmte immer seltener in wilder Angst davon, wenn sie meinte, irgend etwas Schreckliches würde gleich passieren.

Ich borgte für einige Tage einen Hänger aus. Am ersten Tag stand sie auf der Rampe, am nächsten Tag ging sie in den Hänger, erst mit Anne, dann mit mir. Am dritten Tag fuhren wir sie mit dem Hänger zu mir, wo sie meine beiden Stuten kennenlernte. Am Tag darauf, am 24.Juni, kam der große 4er Hänger. Die Pferde müssen die Rampe in einem Bogen nehmen, da sie ja dann quer im Hänger stehen. Lukka sah sich das Ganze mal bei meinen beiden an, zögerte ein kleines bisschen, und - stieg ein ! Nach mehr als 2 ½ Stunden Fahrt stieg sie ganz ruhig aus, und genießt seither die riesengroße Weide.

Ich bin Anne für ihre Arbeit und das „Wunder“, das sie da vollbracht hat, sehr dankbar, und freue mich schon auf die nächsten „Lektionen“ im Herbst!

Eva & Lukka, 2010